Die Angst vor Glyphosat

Prokrastination vom Feinsten: Die EU-Länder wollen sich in Sachen Glyphosat einfach nicht festlegen. Die Entscheidung über eine weitere Zulassung wird vertagt und vertagt. Zu groß scheint die Angst vor den Folgen zu sein – den Folgen für die Landwirtschaft, die sich jahrelang auf die Wirkung des Mittels verlassen hat und den Folgen, wenn Monsanto und Co weniger verdienen. Was mit den Folgen für uns alle ist, die das Herbizid Tag für Tag mit unserem Essen schlucken, scheint Nebensache zu sein.

Fakt ist, dass wir alle Glyphosat zu uns nehmen. Spuren wurden ja schon in allen möglichen Lebensmitteln gefunden – erst kürzlich wieder im Bier. Ok, meist bleiben die Funde unterhalb der Grenzwerte, die angeblich gesundheitliche Folgen haben können. Meist. Angeblich. Grenzwerte?

Darüber, dass in der Berichterstattung über Glyphosat im Bier viel Panikmache steckt, kann man streiten. Ich habe kürzlich einen Beitrag für die Deutsche Handwerks Zeitung dazu geschrieben. Brauer können Rückstände kaum vermeiden. Bei der Recherche und dem aktuellen Entscheidungsdilemma (ich bin mir sicher, dass das Mittel weiter auf unseren Feldern landet), bin ich allerdings wütend geworden.

Warum muss man diese Diskussion überhaupt führen? Warum ist es nicht selbstverständlich, dass ein Mittel, bei dem man sich nicht ganz sicher ist, wie es wirkt und ob es Krebs auslöst – egal in welcher Dosierung – vom Markt genommen wird? Besser gesagt: Wie kommt es überhaupt dorthin? Warum muss man über Grenzwerte diskutieren und immer neue Studien anfordern, wenn klar ist, dass Mensch, Tier, Natur und Umwelt unter dem Einsatz von Glyphosat leiden – egal ob stark, schwach oder nur in Spuren? Die Diskussion ist so absurd.

Glyphosat: Bier am Pranger >>>

Essbar und verschwendet

Eine gute Nachricht für all jene, die Lebensmittel produzieren und bei denen immer mal was übrig bleibt (das dürften eigentlich alle sein): Ja, ihr dürft sie problemlos spenden. Weder Recht noch Steuern machen Euch einen Strich durch die Rechnung. Ihr müsst sie also nicht wegwerfen, obwohl sie eigentlich noch essbar sind.

Denn auf dem Müll statt auf dem Teller landen weiterhin Millionen Tonnen an Nahrungsmitteln, die das nicht verdient haben: in denen wertvolle Rohstoffe, viel Energie und ein erheblicher Aufwand bei der Herstellung stecken. Verschwendung.

Wer also spenden möchte, bekommt in einem aktuellen Online-Beitrag, in dem ich einiges zum Thema bezogen auf das Lebensmittelhandwerk zusammengefasst habe, nun Infos. Der Beitrag kann hier nachgelesen werden.>>>>

Wahnsinn, dass es vor allem so viel Brot ist, das man noch essen könnte und das trotzdem einfach so entsorgt wird. Jedes fünfte Brot sagt die Statistik.

Fleisch fein püriert

Smoothie

Zugegebenermaßen ist das hier auch ein Smoothie aus Obst und Gemüse. Ohne Fleisch.

Fleisch trinken statt es zu essen. Muss das sein? Nein. Kann aber. Die Geschäftsidee eines Metzgermeisters ging die „sozialen“ Medien rauf und runter. Im Oktober bringt er die ersten Fleisch-Smoothies auf den Markt. Doch was die einen freut, bringt andere in Rage.

Die Smoothies bestehen nach Aussagen von Metzger Peter Klassen nur aus natürlichen Zutaten – Fleisch eben: gekocht und so fein püriert, dass es durch den Strohhalm oder durch eine Magensonde passt – und Gewürzen. Sie sollen einerseits die perfekte Sportlernahrung sein, denn sie liefern Proteine in hoher Dosis ohne dass ein aufwendiger Verdauungsprozess nötig wäre. Andererseits könnten auch kranke und alte Menschen profitieren, die Fleisch nicht mehr so gut oder gar nicht kauen können, oder Berufstätige mit wenig Zeit fürs Kochen.

Mal dahin gestellt, dass Fleisch nun mal eigentlich nicht flüssig ist und man es nur dann essen sollte, wenn der eigene Körper es auch in seiner ganz natürlichen, festen Form verwerten kann und dass derartige Smoothies genauso Kunstprodukte sind wie andere Protein-Shakes auch, finde ich die Kritik, die im Netz gegen das „Fleisch zum Trinken“ aufgekommen ist, doch sehr übertrieben.

Ohne Ironie gemeint: Aber wo liegt wirklich der Unterschied zwischen püriertem Obst und Gemüse und püriertem Fleisch? Der eine mag nun mal das eine und der andere das andere. Wenn man sich selbst dafür entscheidet, kein Fleisch zu essen oder sogar komplett auf alle tierischen Produkte verzichtet, muss man dann zwingend das Fleischessen als etwas Nicht-Normales darstellen? Und die Fleisch-Smoothies als extreme Abart des Fleischessens?

Metzgermeister Peter Klassen sieht der Kritik übrigens locker entgegen. Er hätte nicht gedacht, dass seine Smoothies so eine starke Debatte auslösen. Wie es dazu kam und wie er die Fleisch-Smoothies herstellt und warum, hat er mir erzählt und ich habe darüber einen Online-Beitrag geschrieben. 

Den Artikel könnt ihr hier nachlesen.>>>

Jakobskreuzkraut: Wenn Nichtstun Probleme löst

Das Jakobskreuzkraut hat einen schlechten Ruf. Wenn man es isst oder die in ihm enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide (PAs) über Tee, Honig oder andere Lebensmittel zu sich nimmt, kann es die Leber schädigen. Das Kraut breitet sich immer mehr aus. Es wird von Pferden und Kühen gefressen und auch Bienen sammeln unter Umständen Nektar und Pollen an seinen Blüten.

Doch weder ist Honig nun „vergiftet“ noch ist das Jakobskreuzkraut als „invasiv“ einzustufen. Machen einige Meldungen dazu in der letzten Zeit vielleicht diesen Anschein, muss man das Ganze jedoch ein wenig nüchterner betrachten. Es geht mal wieder um Grenzwerte, um die Panikmache einzelner und auch um einen Aktionismus, der möglicherweise das Gegenteil auslöst.

Aber der Reihe nach: Dass sich Jakobskreuzkraut hierzulande stark ausbreitet, ist eine unbestrittene Tatsache und die Gründe dafür sind nicht eindeutig geklärt. Und das Kraut kann auch die Gesundheit schädigen. Dass der Mensch jedoch sehr viel von den PAs aufnimmt, wenn er Honig ist, ist so nicht korrekt. Nur in Einzelfällen konnte bislang PA-belasteter Honig gefunden werden bzw. Honig, der mehr PAs enthält als es nach dem Richtwert noch in Ordnung ist. Die Einzelfälle nehmen einer Untersuchung aus Schleswig-Holstein zufolge allerdings zu.

Genaueres zu den Ergebnissen der Untersuchung, was so ungesund am Jakobskreuzkraut ist, wie stark es sich ausbreitet und warum es so umstritten ist, dass nun sogar einige Gemeinden dazu aufrufen, das Kraut auszureißen, habe ich in einem Online-Beitrag erläutert.

Kritisch sehen vor allem einige Umweltschutzverbände die Negativschlagzeilen über das Jakobskreuzkraut – übrigens eine einheimische Pflanze und keine invasive Pflanzenart aus dem Ausland. Und auch der Experte der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, mit dem ich für den Beitrag gesprochen habe, hat die Erfahrung gemacht, dass die Bestände des Jakobskreuzkrauts wieder einbrechen, wenn man sie und wenn ihre natürlichen Gegenspieler einfach „in Ruhe lässt“.

Den Beitrag könnt ihr hier nachlesen.>>>

Regionale Produkte: Zertifikat statt Glaubwürdigkeit

Alle reden vom Siegeldschungel und von der Verwirrung der Verbraucher und was machen Verursacher? Sie bringen noch mehr Zertifikate, noch mehr angeblich eindeutige Siegel und noch mehr Logos auf den Markt, die einen Beweis dafür liefern sollen, dass ein Produkt aus der Region stammt.

Das Manko: Der Begriff der „Region“ ist weder gesetzlich geschützt noch eindeutig festgelegt. Zudem gibt es sowohl von Seiten der Verbraucher als auch von der der Hersteller ganz eigene Vorstellungen von der „Region“. Meinen die einen den Landkreis, in dem sie leben, und die anderen das Bundesland, so gehen die anderen von einer geografischen Region wie etwa dem Allgäu oder der Uckermark aus und wieder andere meinen damit die ganze Bundesrepublik Deutschland.

Und nun? Was sind denn dann „regionale Lebensmittel“? Und vor allem: „Macht es irgendeinen Sinn, wenn Lebensmittelhersteller damit werben und wenn wir Verbraucher darauf vertrauen, dass man irgendwie „was Gutes tut“, wenn man derartige Produkte kauft?

Die Diskussion darum ist so schwierig, dass ich nach der Recherche und dem Schreiben eines Beitrags darüber nur noch sagen kann: Vertraue keinem freiwilligen Siegel der Hersteller, kaufe am besten nur noch direkt beim Bauern und auf dem Wochenmarkt ein und vor allem: Sprich mit den Leuten und frage nach, woher die Waren kommen und wo sie angebaut und hergestellt wurden.

Den Beitrag könnt ihr hier nachlesen.>>>

Deutsche Äcker: Bald wird weniger gedüngt

AckerHättet ihr gewusst, dass 95 Prozent des Getreides, das in Deutschland geerntet wird, auch hierzulande in die Verarbeitung geht? Dass die Versorgungskette vom Getreide zum Mehl bis hin zu Brot und Brötchen noch sehr regional geprägt ist? Und das in Zeiten von Globalisierung und einem immer stärker werdenden Welthandel.

Auf deutschen Getreidefeldern ist aber dennoch nicht alles rosig. Die Überdüngung und dass nun etwas dagegen getan wird beschäftigt die Landwirte genauso wie die Müller. Ebenso das Thema Glyphosat, über dessen Wirkung auf unsere Gesundheit und die Umwelt noch immer gestritten wird. Die EU-Kommission will das umstrittene Totalherbizid für weitere zehn Jahre zulassen. Eine endgültige Entscheidung dazu ist aber noch nicht gefallen. Anders bei der neuen Düngeverordnung. Sie ist in Kraft und soll dafür sorgen, dass weniger Stickstoffdünger auf den Feldern landet und damit auch weniger Nitrat im Trinkwasser.

Wie diese Entwicklungen die deutsche Müllerbranche beeinflussen, was sie befürchten und wie das alles auch Folgen für die Getreideprodukte hat, die wir täglich essen, habe ich in einem Online-Beitrag für die Deutsche Handwerks Zeitung zusammengefasst.

Es war ein spannendes Gespräch mit dem Geschäftsführer des Verbands der deutschen Müller und hat mir auch noch ein paar mehr interessante Infos beschert als die oben genannten: So vermahlen die deutschen Mühlen pro Jahr fast neun Millionen Tonnen Getreide; davon sind rund acht Millionen Tonnen Weizen. So ist klar, dass Weizen das Getreide ist, bei dem am meisten an Neuzüchtungen gearbeitet wird und über dessen Preis am meisten spekuliert wird. Und noch ein interessanter (und ein sehr bedauerlicher) Fakt: 1950 gab es in Deutschland noch fast 19.000 Mühlen, 1980 waren es noch gut 2.500. Heute sind es 550.

Meinen Online-Beitrag mit dem Titel „Mehl von heute: Konfrontiert mit Überdüngung, Glyphosat und dem Welthandel“ könnt ihr hier nachlesen.>>>

Keine Zeit fürs Backen

HonigtoastTechnische Enzyme, chemische Zusätze und Backmischungen sind heute Inhaltsstoffe in fast allen Backwaren. Auch in Bäckereien gehören sie zum Alltagsrepertoire. Schade.

Viele Bäcker haben kaum mehr Zeit fürs Backen. Sie kaufen im Großhandel ein, wissen nicht, woher das Mehl stammt, das sie verwenden oder unter welchen Bedingungen das Getreide gewachsen ist, aus dem es gemahlen wurde. Sie arbeiten nicht mehr mit Sauerteig oder setzen sich gar mit den Folgen ihres Handelns auseinander. Schade.

Stattdessen sitzen sie am Schreibtisch, füllen Formulare aus, schreiben Anträge oder führen Listen zu all ihren Aufgaben und denen der Mitarbeiter. Der deutsche Bürokratiewahnsinn belastet vor allem die kleinen Betriebe. Das geht auf Kosten der Qualität von Brot und Brötchen.

Über diese Problematik habe ich für die Deutsche Handwerks Zeitung einen Online-Beitrag geschrieben und dazu mit dem Verein „Die Freien Bäcker“ gesprochen. Diese fordern, dass unbedingt etwas gegen die Entwicklung getan werden muss. Denn bald wird es gar kein „richtigen Bäcker“ mehr geben.

Den Beitrag könnt ihr hier nachlesen.>>>

Die Stadtbäume haben Durst

Autoabgase, Hundepippi, Streusalz und zu wenig Wasser – die Berliner Straßenbäume müssen einiges aushalten. Genauer gesagt halten sie es eben nicht aus und sterben. So können gar nicht so schnell so viele Bäume nachgepflanzt werden, wie es nötig wäre, damit der Baumbestand erhalten bleibt.

Trotz Werbekampagne des Senats und Spenden von Bürgern bleibt die Bilanz negativ. Der Hauptgrund: Keiner hat Zeit sich um die Bäume zu kümmern. Die Grünflächenämter haben einfach viel zu wenig Personal. Doch Bäume brauchen Pflege, um in der Stadt zu überleben. Zwar kann auch jeder einzelne helfen und gießen, Baumscheiben bepflanzen und Hunde nicht an die Bäume pinkeln lassen, aber dennoch muss auch die Politik mehr tun.

Über dieses Thema habe ich für die Berliner Woche geschrieben. Hier könnt ihr den Beitrag lesen.>>>

Mehrwegkisten für den Schredder

Pfandflasche„Hauptsache individuell“. Ein Motto, das mittlerweile für alles gilt – sogar für Bierflaschen. „Der Verbraucher will es so“, ist auch zu hören, wenn man mit Vertretern der Brauereibranche spricht. Doch das hat Folgen – wie so oft für die Umwelt.

Zwar rühmt sich Deutschland mit einem erfolgreichen Pfandsystem und gerade in der deutschen Bierlandschaft heißt es, werde fast nur in Mehrwegflaschen verkauft. Doch in Wahrheit landen sogar ganze Mehrwegkisten – Flaschen und Plastikkisten gemeinsam – in den Müll. Der Grund: die große Vielfalt bei den Bierflaschen.

Umso unterschiedlicher die Flaschen sind, umso komplizierter wird das mit dem Pfand. Gab es einst einen großen Flaschenpool, den jede Brauerei nutzen konnte (den gibt es auch heute noch, aber er schrumpft) – jede Flasche, die sie über das Pfandsystem aus dem Handel zurückkam, konnte ausgewaschen und wiederverwendet werden – so bekommen die Brauereien nun kistenweise Flaschen, die sie nicht nutzen können, da sie ja ein anderes Design haben als das eigene.

So steigt der Aufwand beim Sortieren enorm. Zwar geht manch eine Brauerei einen Leergut-Tausch mit anderen ein; sammelt also und tauscht dann. Doch gerade, wenn die Flaschen von Brauereien kommen, die nicht gerade um die Ecke sind, lohnt sich das nicht. Dann wird geschreddert und Glas zertrümmert. Dann wandert alles in den Müll, denn der Transport der Flaschen wäre teurer als einfach neue zu kaufen. Ab in den Müll.

Über diese Probleme habe ich mit Brauereien und dem Deutschen Brauer-Bund gesprochen. Den dazugehörigen Online-Beitrag könnt ihr bei der Deutschen Handwerks Zeitung nachlesen. >>>

Imkern und ackern

Buchweizenblüte

Was einst stark verbreitet war, ist heute selten: Landwirte halten Bienen, weil das nun mal zu einem funktionierenden Kreislauf – von der Bestäubung bis zur Ernte – dazugehört. Heute gibt es dagegen immer mehr Hobbyimker und Landwirte sind vielfach Großunternehmer, die sich nur noch um den Anbau einer einzigen oder weniger Sorten von Feldfrüchten kümmern.

Doch es gibt auch Ausnahmen, etwa auf der Schwäbischen Alb. Dort versucht ein Bio-Bauer die Win-Win-Situation, die sich ergibt, wenn Imkerei und Landwirtschaft in einer Hand liegen, zu nutzen. Er baut auf seinen Felder, das an, was die Bienen als Nahrung brauchen und kann als Dank dafür viele verschiedene Sorten an Honig ernten.

Über seinen Weg dorthin und was beim Aufbau einer Nebenberufsimkerei wichtig ist, habe ich für das Bioland Fachmagazin geschrieben. Den Beitrag könnt ihr hier nachlesen. >>>