Einfach treiben lassen

Eine Nacht in der Kneipe. Auf der Tanzfläche, an der Bar, vor der Tür – Menschen auf der Suche. Auf der Suche nach Nähe, nach Ferne vom Nahen, nach Gespräch, nach Lachen, nach Menschen, nach Rausch.
Sie suchen nach Neuem, wollen alles Bekannte, Gewohnte und Alltägliche hinter sich lassen. Wollen Abschalten und schließen die Augen. Ich auch. Einfach treiben lassen.

Vorsicht Mensch!
Da sind die einen, die wandeln von einem Raum zu anderen – alleine. Sie schauen und schweigen – lächelnd. Sie sind einfach da. Sie tanzen nicht, sie reden nicht und scheinen damit zufrieden.
Dann sind da die anderen, mit klarem Ziel vor Augen. Sie wollen Freunde treffen, Freunde finden oder gar mit nach Hause nehmen. Sie wollen Kontakte knüpfen – aktiv. Sehr aktiv fragen sie und reden sie und tanzen sie und trinken sie und wollen ihr Ziel erreichen.
Da sind die Inszenierten – durch sich und ihre Begleiter. In Gruppen, alle gleich und mit Motto als Begleiter. Stilsicher und langweilig. Wie der Abend abläuft scheinbar (äußerlich scheinbar) vorbestimmt. Sie stehen für ihren Look.

Vorsicht Mensch!
Und dann die, die einfach nur Abschalten wollen, den Kontrast suchen zum Alltag. Die tanzen ohne nachzudenken und berauscht sind von all dem, was den Abend trägt: nicht nachdenken müssen, nicht inszenieren wollen. Einfach da sein. Der Augenblick zählt.
Da sind die Betrunkenen, die Glotzer, die Aufreißer, die Musikliebhaber, die jeden Text mitsingen und die Genervten, denen man nicht zu nahe kommen darf: Vorsicht volles Glas, Vorsicht schwitzige Hände, Vorsicht Mensch.

Vorsicht Mensch. Mensch sein!

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