Gewissensbisse beim Bücherkauf

Ich lese gern und wenn ich keine Bücher geschenkt bekomme und sie nicht im Hausflur einsammeln kann, – irgend ein netter Nachbarn legt oft welche auf die Briefkästen, wenn er oder sie sie ausgelesen und aussortiert hat  – dann muss ich mir welche kaufen. Am liebsten gehe ich dazu in einen kleinen gemütlichen (und möglichst unabhängigen) Buchladen. Doch leider heißt am liebsten nicht am häufigsten. 
Oft siegen Bequemlichkeit und ein paar einfache Klicks und ich bestelle online. Dass die Versandkosten bei vielen neuen Büchern wegfallen, macht es dem gewissenlosen Schweinehund noch einfacher. Manchmal schaffe ich es immerhin mit einem Kompromiss und gehe in einen richtigen Buchladen, der allerdings zu einer Kette wie Hugendubel, Weltbild oder Ähnliches gehört. Doch auch damit schützt man nicht den Untergang der kleinen gemütlichen (und möglichst unabhängigen) Buchläden, bei denen es tot traurig wäre, wenn es sie bald nicht mehr gibt.
Warum verdammt ist es so schwer immer gewissenhaft, vorbildlich und so zu handeln, wie man es prinzipiell von anderen erwartet?
Ich lese gern und kaufe meine Bücher am liebsten in einen kleinen gemütlichen (und möglichst unabhängigen) Buchladen. Doch oft tue ich es nicht. Weil es draußen regnet, die Online-Bestellung gleich viel kostet und es einfach so praktisch ist nur von urigen Buchläden – wie sie in vielen Geschichten immer so schön beschrieben sind – zu lesen und zu träumen statt hinzugehen. Das Internet macht vieles sooooo einfach und gleichzeitig soooooooooo langweilig und gleichförmig. Und der innere Schweinehund wacht darüber.
Noch ein Zwiespalt: Statt ein Buch schreibe ich einen Blog. Weil das alle machen, weil es so einfach ist, weil es nichts kostet und weil es so wenigstens von ein paar Leuten gelesen wird. Ist jetzt auch langweilig und gleichförmig?

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