Werbeterror

KasselIch werde verfolgt. Überall im Netz ist plötzlich Sportunterwäsche zu sehen – egal ob Facebook, Youtube oder eine beliebige Nachrichtenseite, die ich beruflich bedingt oder rein aus Interesse besuche. Das sind die Folgen eines einzigen kurzen Online-Einkaufs, die ich so drastisch noch nie erlebt habe.

Ja, ich habe Sportunterwäsche bestellt. Aber dabei habe ich mich eigentlich recht schnell entschieden und nicht stundenlang gesucht, nicht mehrmals den Suchbegriff eingegeben und auch nur auf einem der typischen Klamotten-Shopping-Kanäle. Wahrscheinlich war das der Fehler. Ich habe die typischsten aller Seiten besucht und eine relativ typische Größe einer relativ typischen Marke bestellt. Oh die Statistik.

Aber die Werbung ist nicht wirklich schlau. Immer und immer wieder bekomme ich jetzt genau diesen BH angepreist – selbe Farbe, selbe Form, selbe Marke. Als würde ich genau diesen gleich nochmals bestellen. Hier versagen wohl die Algorithmen. Viel schlauer wäre es doch, liebe Werbeindustrie, wenn Du mir stattdessen die passenden Socken, eine neue Sporthose oder eine Sportschuhe anbieten würdest.

Ich bin echt gespannt, was die Werbebanner mir ab jetzt präsentieren – ob mein Blog-Eintrag Auswirkungen hat. Eigentlich hätte ich die Masche mit dem Datensammeln und für die Werbung nutzen für ein bisschen subtiler gehalten. Für Weihnachten ist das aber umso besser: Man muss einfach nur bei den Leuten, von denen man etwas ganz bestimmtes geschenkt haben will, ein bisschen auf den Rechner rumspielen, im Netz die richtigen Suchworte eingeben …..

Das ist so doof und wahrscheinlich fallen wir alle trotzdem immer wieder darauf herein – ich meine nicht die Masche mit dem Hinweis aufs Weihnachtsgeschenk, sondern die schlauen Tricks mit Cookies und Co.

Wir sollten doch mal besser wieder Selbstgemachtes verschenken und das Online-Shopping sein lassen. Hat jemand Lust mit mir zu basteln?

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