An alle Yoginis und Yogis

BauchtanzViel Arbeit und viel Yoga – das bestimmt gerade mein Leben. Ooooooooooooommmmmm…..

Ich muss zugeben, dass ich das lange nicht geglaubt habe. Aber Yoga ist gut, echt gut. Vor allem für Schreibtischtäter. Ich habe schon viele Yogakurse hinter mir, aber bislang konnte ich die entweder nicht ernstnehmen und habe mich während der Übungen unterfordert gefühlt. Oder ich bin schon bei der Anfangsentspannung eingeschlafen. Aber plötzlich klappt’s.

Vielleicht braucht man erst die richtige Anspannung, bevor die Entspannung Wirkung zeigt.

Mag Yoga noch so ‚in‘ sein, so klischeemäßig nach gestresstem Großstadtleben und der Suche nach Entschleunigung klingen und noch so sehr von vielen belächelt werden – wer sich wirklich darauf einlässt, dem sind die Vorurteile irgendwann egal. Entweder man mag es oder nicht.

Momentan jagt eine Abgabefrist für einen Artikel und eine noch zu erledigende Aufgabe die nächtste. Aber während ich alles abarbeite, versuche ich bloß keinen Termin so legen zu müssen, dass das Yoga ausfällt. Es gibt jetzt Nachmittage und Abende, die sind tabu. Schon Wahnsinn, aber gut (ich bekomme sogar noch einen Stempel im Bonusheft der Krankenkasse dafür). Mal schauen, wie lange diese große Motivation anhält.

Als ich einer langjährigen Freundin davon erzählt habe, hat sie nur gelacht. „Das ist so lustig, dass Dir das Yoga so wichtig ist. Entschleunigt wirkt Dein Leben ja sonst nicht gerade“, hat sie mir lachend entgegengehalten. Aber was ist diese Sehnsucht nach Entschleunigung denn überhaupt? Warum verlangen wir danach und machen dann doch das Gegenteil?

Yoga ist doch nicht nur ein Kontrastprogramm zum stressigen Alltag, den wir uns meist selbst so vollpacken – ganz im Gegenteil. Wer es richtig macht, macht wirklich Sport. Und das lange Sitzen am Schreibtisch kann man dann auch besser ab. Ich teste allerdings noch, welche Art von Yoga die beste ist (da gibt es ja Hartha-Yoga, Vinyasa Yoga, Yin Yoga, ….). Aber vielleicht brauchen wir ja auch genau die Kontraste als Anregung. Kontraste haben Ecken und Kanten und wecken uns aus der Gleichtförmigkeit des Alltags auf. Mal ehrlich, wie viel Spontaneität steckt bei Euch so in den Werkstagen von Aufstehen, Arbeit, Schlafengehen? Wie oft bestimmt nicht der Terminkalender der Rhythmus, sondern das Gefühl, eine Idee oder die Idee eines anderen, die einen mitreißt?

Wir brauchen doch Dinge, die uns aus dem Konzept bringen, die uns fordern, uns wütend machen und ablenken. Kontraste eben.

Ist es nicht so, dass man nur entschleunigen kann, wenn man auch zwischendurch beschleunigt ist? Den Kopf nur richtig anschalten kann, wenn man ihn mal abschaltet. Und das Gleiche mit dem Körper macht.

Ich bin keine Veganerin, trinke morgens starken, schwarzen Kaffee statt ausschließlich grünen Tee und mache trotzdem Yoga. Und nicht selten macht das mich gerade auch mal wütend. Manche Übungen sind echt schmerzhaft, aber irgendwann will ich sie beherrschen können. Das tolle ist, dass man dafür oft den Ehrgeiz aus und die Geduld anknipsen muss. Nicht leicht, aber effektvoll.

Om – und das kann auch beim Arbeiten helfen. Echt wahr.

Und noch ein kleiner Tipp fürs Abschalten: Einfach mal die Augen aufmachen und Dinge, Menschen, das Wetter, die Wolken oder ne Stubenfliege beobachten. Ich nehme dazu gerne unsere Bienen. Einfach davorsetzen und zugucken. Super, echt war.

Bienen

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