Die Zeit anhalten

LangsamAlle reden über Entschleunigung, dabei kann man sie im Kleinen manches Mal so einfach haben. Zum Beispiel an einer roten Ampel.

Ohne Witz, ich habe beschlossen, die roten Ampeln mal bewusst zu genießen. Ich gebe zu, die Polizei hat nachgeholfen.

Es war an einem Sonntagnachmittag, eine Fußgängerampel und ich auf dem Fahrrad. Nichts los, also weiterfahren, dachte ich und schon hielt an der nächsten Kreuzung ein Pkw vor mir und drei Polizisten in zivil wollten meinen Ausweis sehen. Resultat: Keine lange Diskussion, der Bußgeldbescheid wird bald bei mir eintreffen.

Natürlich habe ich mich geärgert, über die Polizisten und über mich selbst. Grundsätzlich haben die ja Recht, aber manchmal geht das eben nicht anders. Ok, da ich keine Lust habe auf noch mehr Bußgeld, halte ich mich jetzt brav an die Spielregeln. Und es geht, man kann die Sekunden an der Ampel einfach mal nutzen zum Nichtstun.

Ständig hetzt man in Gedanken von einem Ding zum anderen – das machen, das erledigen, den treffen und überhaupt. An der Ampel darf man einfach mal Löcher in die Luft starren. Super. Das machen wir viel zu selten. Ich mag jetzt rote Ampeln – man muss sie nur zu nutzen wissen. Und überhaupt: Der Alltag braucht Unterbrechung.

So etwas wie rote Ampeln oder einen Einkaufswagen der im Regen steht am See – einfach so. Den kann man dann beobachten – einfach so. Er kann ein Sinnbild für so vieles sein – muss er aber nicht.

Ich habe beschlossen solche schönen – irgendwie poetischen Situationen – zu sammeln. Auch rote Ampeln gehören dazu – man kann sie für sich nutzen. Sagte ich das schon?

Kennt ihr das? Habt ihr auch solche Situationen? Mögt ihr mir welche nennen – für die Sammlung? Einfach so, zum Zeit anhalten?

Einkaufswagen

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