Kulinarischer Ungehorsam

KohlrabiWir leben in einer Wegwerfgesellschaft – bei Lebensmitteln zeigt sich das besonders. Rund elf Millionen Tonnen sind das jedes Jahr allein in Deutschland, die auf dem Müll landen.

Viele Lebensmitttel sind nicht schlecht, sondern nur zu dick, zu dünn, zu klein oder zu groß. Sie sind nicht konform mit offiziellen Vorgaben, sie sind nicht mehr ganz frisch oder sie entsprechend nicht mehr dem Mindesthaltbarkeitsdatum – obwohl das ja, wie wir eigentlich alle wissen – nichts aussagt.

Dabei schmeckt Knubbelgemüse genauso gut wie anderes. Von Brot vom Vortag kann man genauso gut satt werden. Und abgelaufene Nudeln sind sicherlich mehr als gut genießbar. Mit der Idee der „Schnippeldisko“ hat die Jugendorganisation von Slowfood aus Knubbelgemüse und Co. ein Partykonzept geschaffen, das genau auf diese Verschwendung aufmerksam machen will.

Ich habe über die Idee und einige Beispiele zu Schnippeldiskos, die bereits stattgefunden haben, eine Geschichte geschrieben. Sie ist nun veröffentlicht worden in der neuen Ausgabe des Magazins „Eigenwerk“. Es ist quasi eine Anleitung für eine Schnippeldisko. Denn im Prinzip kann das jeder nachmachen, der ein Zeichen setzen will gegen die unnütze Lebensmittelverschwendung und der Lust hat, das gemeinsam mit anderen zu tun.

Denn der zweite wichtige Aspekt jeder Schnippeldisko ist die Kochen und Essen in Gemeinschaft, mit Freunden, bei Musik und guter Laune. Wie oft sitzen wir alleine am Tisch, essen zwischendurch oder während wir eigentlich etwas ganz anderes machen – ohne darüber nachzudenken, was Essen eigentlich für einen Zweck hat und was wir da gerade essen.

Schnippeldiskos sind politische Aktionen, aber sie sollen auch ganz großen Spaß machen. Slowfood Youth selbst möchte damit alle „Freunde des kulinarischen Ungehorsams“ ansprechen, die sich nicht daran halten, was uns die Lebensmittelindustrie und die geltenden Richtlinien aufdrücken wollen.

Den ganzen Beitrag könnt ihr hier nachlesen.>>>

Mehr zum Thema Schnippeldisko direkt von der Slowfood Youth gibt es hier.>>>

Einen Beitrag in der taz.am wochenende von mir zum Thema Lebensmittelverschwendung könnt ihr hier lesen.>>>

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