Das falsche Schönheitsideal

BauchtanzDie Werbung täuscht und das bewusst. Sie versucht uns ständig zum Essen zu verführen und vermittelt uns zugleich, dass wir rank, schlank und sportlich sein sollen, wenn wir erfolgreich und beliebt sein wollen. Immer mehr Menschen führen deshalb einen Krieg mit dem eigenen Körper.

Essstörungen jeder Form sind die Folge. Besonders deutlich wird das beim Übergewicht und der Zunahme der Adipositas-Patienten in Deutschland. Für einen Beitrag in der taz habe ich das Adipositas-Zentrum der Berliner Charité besucht und dort auch mit einer Betroffenen gesprochen. Sie musste wieder lernen, was ein normales Essverhalten ist – und auch wie es sich anfühlt wieder unbeschwert in der Öffentlichkeit ein Eis essen zu können oder einen Minirock zu tragen.

Die Zahl der extrem Übergewichtigen nimmt in Deutschland zu. Der Arzt, mit dem ich über das Thema gesprochen habe, spricht sogar davon einer Epedemie, die immer schlimmer wird. Noch sind die Zahlen nicht mit den USA oder anderen Ländern vergleichbar, in denen die Fastfood-Industrie derart Überhand hat, aber eine Tendenz sei ersichtlich. Doch Adipositas ist eine Krankheit, mit denen die Betroffenen nicht so einfach alleine klarkommen wie es viele denken. Die Vorurteile sind trotz der steigenden Präsenz des Themas groß.

Schuld ist unter anderem die Werbeindustrie, die einen ständigen Zwiespalt vermittelt. „Du musst schön und schlank und fit sein. Aber genieße auch, gönn Dir was, hier hast Du ein neues Produkt“. Immer mehr Menschen verlernen auch normal zu essen. Sylvia Baeck von der Beratungsstelle Dick und Dünn e.V. hat mir dazu ein Interview gegeben und prangert darin auch an, dass Schönheits-OPs heute kein Tabu mehr sind. Der Umgang mit unseren Körpern hat sich stark verändert – weg von natürlichen Gegenheiten, einem gesunden Bauchgefühl und einem Verständnis von Gesundheit, dass nicht mit Geldausgeben und der Schönheitsindustrie zu tun hat.

Die Verunsicherung spürt man auch darin, dass Essen für manche einen neuen Kultstatus erhält – eine Art Ersatzreligion. Sie essen nur vegan, laktosefrei, nicht mehr nach 16 Uhr, nur Rohkost, high-carb, low-carb oder wenn alle Regeln zu kompliziert werden alles auf einmal und hemmungslos. Essstörungen nehmen zu.

Haben wir verlernt normal zu essen? – Ist eine zentrale Frage in meinem Artikel in der taz. Ihr könnt ihn hier nachlesen. Viel Spaß!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *