Gemüsegemeinschaft

CSAUnser CSA-Projekt hat endlich begonnen. Wir sind nun Teil einer Gemüsegemeinschaft und bekommen nun Woche für Woche Gemüse und Obst aus dem Spreewald – ohne Plastikverpackung, ohne Zwischenhändler und ohne lange Importwege. Trotzdem bio – und unheimlich lecker.

Es ist erst ein paar Monate her, als ich meinen Aufruf startete und Menschen gesucht habe, die mit uns eine sogenannte CSA-Gruppe in Charlottenburg gründen. CSA steht für “Community Supported Agriculture” – auch solidarische Landwirtschaft oder Versorgungsgemeinschaft genannt. Ich hatte damals auch beschrieben, was genau damit gemeint ist, wie das Ganze ablaufen wird. Ihr könnt es hier nachlesen.>>>

Leider ist aus der Charlottenburger Gruppe noch nichts geworden, da wir nicht genügend Leute gefunden haben, die mitmachen wollen (sehr schade). Aber wir suchen weiter und vielleicht klappt es im nächsten Jahr. Trotzdem hat mich die Idee und die Lust nicht losgelassen, Teil einer solchen Gemüsegemeinschaft sein zu wollen und so haben wir uns Anfang März einer Gruppe in Moabit angeschlossen.

Jeden Dienstag bekommen wir nun unser CSA-Gemüse und auch ein wenig Obst. Da der Gemüseanteil um einiges höher liegt, nenne ich das Ganze auch gerne Gemüsegemeinschaft – das klingt besser als CSA-Gruppe und beschreibt auch gut, was dahintersteht.

Immer am Dienstagnachmittag machen wir uns nun auf den Weg nach Moabit. Im Ladengeschäft des Demokratiespiegels von Franzi, einem Journalistenbüro und Kieztreff, stehen dann schon die Kisten mit der Lieferung vom kleinen Hof im Spreewald für alle bereit. Franzi stellt zwei Küchenwaagen bereit und alle Mitglieder kommen dann im Laufe des Nachmittags mit ihren Taschen und Körben vorbei und holen sich ihren Anteil ab. Jeder wiegt sich diesen selbst ab. Anhand einer Liste wird klar, was zur Lieferung gehört und wie viel von jeder Sorte jeder einzelne bekommt. Einkaufen mal anders.

Und ich muss ehrlich sagen, dass allein die ersten Male eine riesige Überraschung für uns waren – und eine positive Herausforderung zugleich. Überraschend war die Menge und die Auswahl, da der März eigentlich der kargste Monat ist. Auf den Feldern wächst noch nichts (oder kaum etwas) Frisches und Lagergemüse geht bei vielen kleinen Bauern auch zur Neige. Wir hatten uns eigentlich darauf eingestellt, dass die Ausbeute noch spärlich ausfällt. So darf es ja auch sein, regional und saisonal angepasst.

Als wir dann aber schon beim ersten Mal unsere Stoffbeutel mit Kartoffeln, Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzeln, rote Beete, Lauch, Zwiebeln, Äpfeln und Eiern füllen konnten, waren wir baff. Die nächsten Male ging es weiter mit Topinambur, Rosenkohl, schwarzem Rettich, Sellerie, Feldsalat und Sauerkraut. So abwechslungsreich wie in den vergangenen Wochen haben wir selbst im letzten Sommer kaum gekocht. Das ist super, aber ich muss auch zugeben, dass es bei manch einem Gemüse damit verbunden war, erst einmal herauszubekommen, wie man das überhaupt isst und zubereitet.

Ich hatte vorher noch nie rote Beete verarbeitet. Jetzt weiß ich, dass man daraus prima Bratlinge machen kann und Suppe. Rosenkohl hatten wir bisher nie selbst gekauft, weil ich daran nicht so leckere Erinnerungen hatte. Meine Oma hatte ihn immer als ganze Minikohle in einer Mehlschwitze gekocht und das schmeckte mir nie. Dank meiner Schwester, die selbst einen Garten hat und dort Gemüse anbaut, weiß ich nun, wie gut Rosenkohl schmecken kann, wenn man ihn halbiert, anbrät und mit Feta in der Pfanne schmort. Auch aus dem anderen Gemüse haben wir schon herrliche Dinge gemacht. Ich bin gespannt, was uns am Dienstag erwartet – und was uns im Spreewald erwartet, denn schon bald werden wir uns auch vor Ort anschauen, wo das Gemüse herkommt.

Wie oben schon erwähnt, ist das einzig nicht so schöne daran, dass wir bislang keine eigene Gruppe in Charlottenburg hinbekommen haben und deshalb immer einen kleinen Fahrtweg auf uns nehmen müssen. Das ist zwar auch mit dem Rad gut machbar, aber schön wäre es trotzdem, hier im Kiez noch eine Gemüsegemeinschaft aufbauen zu können.

Also, falls das hier jemand hier aus der Gegend rund um den Lietzensee, den Klausenerplatz, etc. liest und Interesse hätte, mitzumachen. Bitte meldet Euch am besten per Mail: kontakt@jana-tashina-woerrle.de .

Eier

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