Sortenkunde: Honig ist nicht gleich Honig

Löwenzahn

Löwenzahn ist bei Bienen beliebt, wenn kein Raps in der Nähe blüht.

Das Honigjahr beginnt meist mit den Blüten von Ahorn und Raps. Das eine eher in der Stadt und das andere auf dem Land. Von den Blüten sammeln die Bienen Nektar und verarbeiten ihn zu Honig. Nach Ahorn und Raps und manchmal auch gleichzeitig geht es weiter mit Obstbaumblüte, Löwenzahn und Robinie. Mit der Lindenblüte ist dann der Höhepunkt erreicht.

Es ist schon ein Wunder, wie die Bienen es schaffen, derart unterschiedlich schmeckenden Honig herzustellen: jeder Sortenhonig schmeckt anders, hat eine eigene Farbe, eine spezifische Konsistenz und duftet unterschiedlich. Sortenhonig ist übrigens trotz des Namens eine Mischung aus dem Nektar von unterschiedlichen Pflanzen. Aber keine Sorge: das machen die Bienen selbst, wenn sie verschiedene Blüten anfliegen. Wenn mehr als 60 Prozent von einer Pflanzenart stammt, darf man den Honig allerdings danach benennen – und dann schmeckt man auch große Unterschiede.

Für den Blog der Honigmanufaktur „Berliner Honig“ habe ich über die verschiedenen typischen Honigsorten geschrieben, die es hierzulande gibt. Der Beitrag unter dem Titel „So entsteht Sortenhonig“ zeigt, wie die Bienen es hinbekommen, dass wir mal Robinien- und mal Lindenhonig essen können und so die Vielfalt der Natur im Jahresverlauf geschmacklich verfolgen können.

Den Beitrag könnt ihr hier nachlesen.>>>

Apfelblüte

Apfelblüten sind jetzt im Mai voller Bienen. Sie bestäuben die Blüten und sammeln dort Nektar.

Linde

Lindenblüten in Berlin sind so zahlreich, dass Imker mit ihren Bienen im Hochsommer in die Stadt einwandern.

3 Gedanken zu „Sortenkunde: Honig ist nicht gleich Honig

  1. Marzellus Boos

    Ich finde, mit den sogenannten Sortenhonigen unterstützen die Imker allzu sehr eine im Wesentlichen auf Monokultur basierende Landwirtschaft. In diesem Zusammenhang stellt sich mir dann auch die Frage, warum Sortenhonige im Allgemeinen als die “besseren Honige” bewertet werden. Klar, ihre Geschmacksnoten sind eindeutiger als die der Blütenhonige. Aber sind ein gleichbleibender Geschmack und eine gleichbleibende Konsistenz wirklich Kriterien für Qualität? Sind das nicht völlig überflüssige Konzessionen an den allgegenwärtigen Trend zur geschmacklichen Standardisierung, der sich im Zeitalter der industriellen Nahrungsmittelproduktion entwickelt hat? Nicht die Bienen entscheiden über die Frage nach Sortenhonig oder nicht, sondern der Imker mit der Standortwahl seiner Bienenstöcke.

    Mischhonige, also die Blütenhonige aus der Frühtracht oder der Sommertracht, haben gegenüber den Sortenhonigen eine weitaus höhere aromatische Komplexität. Trotzdem werden sie, ich meine zu Unrecht, als “Wald- und Wiesenhonige” abgewertet.

    mehr dazu auf http://bienenseiten.blogspot.de/2014/09/honig-grand-cru.html

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  2. Marzellus Boos

    Und noch eine Anmerkung: JunkFood hat Folgen, auch für Bienen

    Dass gesunde Bienen generell widerstandsfähiger sind, und Fehlernährung zu einer Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen führt, die für das Wachstum und den Stoffwechsel von Organismen wichtig sind, ist eigentlich ein alter Hut.

    Wirklich neu ist, dass Monokulturen in der Landwirtschaft per se bienenschädlich sind. Für Bienen haben sie die Qualität von Junk Food. Es sättigt zwar, aber es führt zu einer gesundheitlich problematischen Fehlernährung und setzt die Widerstandskraft der Insekten gegen alle möglichen Stressoren herab.

    mehr unter http://bienenseiten.blogspot.de/2014/11/junk-food-hat-auch-fur-bienen-folgen.html

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    1. Jana Artikelautor

      Sortenhonig als „bessere Honige“ zu bewerten, ist falsch. Jeder Honig, egal wann er geerntet wurde, hat etwas Besonderes. Vielfalt ist immer enthalten, denn kein Honig ist 100 Prozent von einer Sorte. Dadurch, dass Bienen blütenstet und ortsstet sind, ergeben sich die Sorten ganz von selbst. Nur wenn der Imker mit seinen Bienenstöcken wandert, nimmt er ganz gezielt Einfluss.

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