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Pestizide im Garten

Pestizide aus dem BaumarktJedes Jahr landen über 500 Tonnen Pflanzenschutzmittel in privaten Gärten – alleine in Deutschland. Bei Schlagworten wie Pestizide, Herbizide, Unkrautvernichter und Spritzmittel jeder anderen Art denkt man zuerst an die Landwirtschaft – und zugegebenermaßen drehen sich die Diskussionen um die Zulassung neuer Wirkstoffe, um Verbote gefährlicher Mittel oder um Anwendungseinschränkungen der chemischen Hilfsmittel ja auch meist nur um die Bauern. Dabei ist es ein Trugschluss zu glauben, dass die kleinen Hausgärten, dass Kleingärten und Stadtparks frei wären von den oftmals nicht unschädlichen Mitteln.

Viele davon sind in Baumärkten und Gartencentern frei verkäuflich. Viele tragen Hinweise, dass sie angeblich nur genau die Schädlinge vernichten, die man im Garten eventuell nicht haben will. Und viele Hobbygärtner wissen gar nicht, was sie genau versprühen und ob sie es richtig anwenden. Mit den Pestiziden aus dem Baumarkt wird ein großer Schaden angerichtet und der Gesetzgeber sorgt leider nicht dafür, dass stärker über die Risiken aufgeklärt wird – geschweige denn, dass klar ersichtlich ist, wenn ein Mitteln Gefahren mit sich bringt.

Über diese Problematik und darüber, dass man durchaus auch problemlos ohne diese Mittel auskommt, habe ich für den Blog der Initiative stadtbienen.org einen Beitrag geschrieben. Ihr könnt den Text mit dem Titel „Gift aus dem Baumarkt“ hier nachlesen.>>>

Bio in Plastik

Edeka-GemüseBio-Lebensmittel sind bei mir grundsätzlich die erste Wahl. Aber wenn ich Obst und Gemüse im Supermarkt kaufe, zu bio greifen will und dann bei jedem einzelnen Stück eine Plastikverpackung in Kauf nehmen muss, finde ich das echt enttäuschend.

Gurken in Folie eingeschweißt, Äpfel und Birnen sowohl in einer dicken Kunststoffschale als auch noch zusätzlich in Folie verpackt und Möhren im Plastikbeutel – so sieht der Obst- und Gemüseeinkauf bei Edeka aus, wenn man in Bio-Qualität einkaufen will. Schade, oder? Frisches aus konventionellem Anbau bekommt man oftmals zum selbst Abwiegen und selbst Einpacken. Bio nicht. Warum?

Ich finde es echt ärgerlich, dass man hierbei kaum eine Wahl hat und freue mich umso mehr, wenn es bald mit dem selbst Geerntetem aus dem eigenen Garten losgeht. Aber bis es soweit ist, muss ich eben einkaufen gehen und ich würde sehr gerne bio kaufen. Der Bioladen hier hat leider oft nicht wirklich eine Auswahl bzw. müsste man das meiste Obst und Gemüse gleich am Tag des Einkaufs essen, wenn es noch verzehrfähig sein soll. Ich möchte aber ehrlich gesagt nicht jeden Tag einkaufen gehen.

Wenn ich also Bio-Obst und Bio-Gemüse kaufen will, bekomme ich es nur inklusive einen großen Menge an Plastik. Edeka selbst gibt darauf aber nur ausweichende Antworten. Ich habe nachgefragt.

Bio: Erkennbar an der Plastikverpackung

So teilte mir die Presseabteilung von Edeka Nord folgendes mit: „Grundsätzlich dienen Verpackungen – gerade auch bei sensibler Ware wie Obst und Gemüse oder Fleisch- und Wurstwaren – zum Schutz der Produkte.“ Außerdem sollen die Kunden die Waren nicht verwechseln, sagen die im Ernst. Also ist bio erkennbar an der Plastikverpackung? Diese Schlussfolgerung muss ich annehmen, wenn ich solche Antworten bekomme, sorry.

Dann folgt von der Handelskette noch einiges dazu, mit welchen Maßnahmen sie versucht, umweltfreundlichere Verpackungsalternativen zum Einsatz zu bringen – etwa bei den Waren der Edeka Eigenmarken, die oft nur Papierverpackungen hätten. Und der Pressevertreter wies auch darauf hin, dass man die dünnen Plastikbeutel aus der Obst- und Gemüseabteilung zuhause auch als Brottüte oder ähnliches wiederverwenden könne.

Danke für diese netten Hinweise, kann ich da nur sagen. Eine Erklärung, warum man als Bio-Gemüse-Käufer bei Edeka gezwungenermaßen zum Plastikmüllerzeuger wird, ist das noch lange nicht. Schade. Nachhaltigkeit sieht anders aus.

So viel Bio steckt im Honig

Bio-BienenFleißige Bienen: Blüht in ihrer Umgebung eine Pflanze in großer Menge, die viel Nektar und Pollen bietet, ist die Honigbiene kaum zu stoppen. Sie nimmt dafür Strecken von bis zu fünf Kilometern auf sich und lässt dabei auch viele anderen Blüten links liegen, von denen es nur einzelne Exemplare gibt. Sie fliegt dann unermüdlich immer und immer wieder dorthin und sie erzählt davon auch ihren Kolleginnen im Bienenstock, so dass dann alle gemeinsam zu genau dieser Futterquelle aufbrechen. Ob es sich dabei um einen Bio-Acker handelt, um eine konventionell angebaute Feldfrucht oder beispielsweise um eine blühende Lindenallee mitten in der Stadt, ist der Bienen egal.

Wohin eine Biene fliegt, um das zu sammeln, was später im Honig landet, haben Imker also nur bedingt Einfluss. Natürlich kann man seine Bienen möglichst dort aufstellen, wo viele Bio-Äcker sind bzw. möglichst weit entfernt von anderen oder man kann in Gegenden ohne jegliche Landwirtschaft imkern. Dennoch entscheiden die Bienen immer selbst, wo sie Nektar und Pollen sammeln. Auch Bio-Bienen, also solche, deren Honig mit einem Bio-Label verkauft werden.

Aber wo liegen dann die Unterschiede zwischen Bio-Honig und dem ohne Zertifikat? 

Ausschlaggebend ist die Betriebsweise: Wie sind die Bienen untergebracht? Wie werden sie gefüttert? Verzichtet man auf Medikamente und nutzt man nur organische Säuren zur Bekämpfung der Varroa-Milbe? All diese Fragen und noch einige mehr sind entscheidend für eine Bio-Zertifizierung von Honig. Das Wichtigste ist jedoch, dass man seine Betriebsweise offen legt. Dass man Kontrollen zulässt und alles ordentlich dokumentiert.

Wie sich Bio-Imkereien im Detail von anderen unterscheiden, warum es sich lohnen kann, den bürokratischen Aufwand auf sich zu nehmen und wie sich die verschiedenen Bio-Labels unterscheiden, die es für Honig gibt, habe ich in einem Blog-Beitrag unter beekeepers24.de zusammengefasst. Hier könnt ihr ihn nachlesen.>>>

Das Fazit: Bio-Bienen gibt es nicht.

Zweifelhafte Bio-Ostereier

Bio-OstereierEs soll ja Leute geben, die statt Schokoladeneiern an Ostern noch richtige Eier essen – hart gekocht und bunt bemalt. Habt ihr? Hat’s geschmeckt?

Eier gehören für viele von uns mehrmals die Woche auf den Speiseplan. Über 200 davon isst jeder Deutsche im Schnitt im Jahr – Tendenz steigend. Dabei soll es gerne bio sein. Wer aber wirklich genau hinschaut, der erkennt: Auch Bio-Ei ist nicht gleich Bio-Ei. Zwischen den früher viel kritisierten Eiern aus den Legebatterien und denen, die heute im Supermarkt unter dem EU-Label „bio“ verkauft werden, schrumpfen die Unterschiede.

Die Idylle von viel Auslauf, viel Platz und frischer Luft, von Grashalmen zum Picken und Sand zum Scharren ist meist nur das, was wir uns als Verbraucher vorstellen, um beim Essen ein gutes Gewissen zu haben. Die Wahrheit: Hybridhühner, geschredderte Küken und von Platz und frischer Luft keine Spur – trotz bio. Ganz einträglich haben das vor kurzem eine Reportage im Biolanden-Kundenmagazin Schrot und Korn gezeigt und eine TV-Dokumentation, die auch jetzt noch in der ARD-Mediathek steht.

Doch ich will den Appetit nicht ganz verderben, denn es gibt ja auch Alternativen. Die erste ist wohl, den Appetit auf Ei etwas herunterzuschrauben. Und dann kann man auch ausweichen – allerdings unter der Voraussetzung, dass man auch ein bisschen draufzahlt. Doch das sollten uns die Hühner und die Eier wert sein, oder?

Ich rede hier entweder von Bio-Eiern, die mehr als das reine Bio-Zertifikat der EU besitzen wie eines von Bioland oder Demeter, oder von Eiern von Zweitnutzungshühner. Sie legen einerseits Eier, die in den Verkauf gehen und andererseits werden sie später auch geschlachtet und gegessen. Diese bekommt man sogar manchmal im normalen Supermarkt zu kaufen. Die Zweitnutzungshühner legen zwar weniger Eier und haben weniger Fleisch, das man verkaufen kann. Aber immerhin sind sie meist nicht den industriellen Haltungsbedingungen unterworfen und müssen nicht im Akkord arbeiten – also Eier legen oder fressen, damit sie genug auf die Waage bringen.

Ganz sicher sein, kann man sicher allerdings eigentlich auch nur dann, wenn man selbst gesehen hat, wo das Huhn lebt. Ich bin da echt froh, dass ich nun hier in einer Gegend lebe, wo viele noch ein paar eigene Hühner haben und wo es viele Bio-Höfe gibt, bei denen man in kleinen Hofläden einkaufen oder sich in SB-Kästen an der Straße Eier besorgen kann. Mal sehen, vielleicht gibt es ja auch in unserem Garten bald einen Platz für einen Hühnerstall.

Kaffee doppelt nutzen

KaffeequetscheBeim Kaffee scheiden sich die Geister. Es soll sogar Leute geben, die gerade das Comeback des Filterkaffees zelebrieren. Andere schwören auf Kaffeevollautomaten oder eine der unzähligen Pad-, Kapsel-, oder Plastikbecherchen-Maschinen. Ich brühe und quetsche. Ich nutze eine Kaffeepresse, Kaffeequetsche, French Press oder wie man das sonst noch nennen will.

Dabei entsteht nicht nur der Kaffee, den ich am liebsten trinke, sondern auch Kaffeesatz, an den man schnell und einfach rankommt – und den ich bis vor kurzem massenweise den Abfluss im Küchenspülbecken hinuntergejagt habe. Jetzt sammele ich ihn in einem Eimerchen. Ich trockne ihn und löffle ihn dann in meine Zimmerpflanzen. Jede Pflanze bekommt jetzt im Frühjahr ein bis zwei Esslöffel davon ab – je nach Größe versteht sich. Sobald wir unseren Garten richtig angelegt haben, werde ich den Kaffeesatz dann auch dort nutzen – als kostenlosen, chemiefreien Dünger.

Kaffeesatz enthält nämlich Stickstoff und Phosphor und Mineralstoffe wie Kalium. Und warum sollte man diese einfach wegwerfen, wenn man sie auch nutzen kann. Angeblich sollen die Pflanzen so schneller und kräftiger wachsen und keine gelben Blätter bekommen. Letzteres könnte durch einen Kaliummangel passieren.

Ich habe nun einiges zu diesem Thema gelesen und teste es einfach mal. Man kann den Kaffeesatz auch einfach ins Gießwasser mit hineingeben, damit er sich dann gut verteilt. Aber das saut die Gießkanne ziemlich ein.

Eine Alternative zum Kaffeesatz sollen übrigens Eierschalen sein, die man ganz klein macht und in die Erde streut. Also wenn ihr nach Ostern Eierschalen übrig habt, könnt ihr auch diese als Dünger nutzen.

Frohe Ostern!

Körner mit Wirkung

Der einfache Weizen, ohne Vollkorn, ohne Bio-Label, hat mittlerweile einen schlechten Ruf. Wer auf eine gesunde Ernährung setzt, sich mit Foodtrends beschäftigt und nachhaltig konsumieren will, ist meist kritisch, wenn es um „herkömmliche“ Backwaren geht. Ich auch. Dennoch ist bei dem Thema viel Halbwissen im Umlauf. Denn so schlecht wie sein Ruf ist Weizen gar nicht. Was die kritisierten hellem Aufbackbrötchen (hier stellvertretend für andere typische Fertigbackwaren) oft unbekömmlich macht, sind nämlich einerseits auch Zusatzstoffe – immerhin etwa 200 sind für Backwaren zugelassen – und die Art und Weise, wie sie hergestellt werden. So wird dem Brotteig heute immer seltener Zeit gegeben, in Ruhe aufzugehen. Statt natürlichem Sauerteig oder der sogenannten langen Teigführung wird mit chemischen Beschleunigern gearbeitet. Das kann Bauchschmerzen verursachen.

Dennoch möchte ich hier aber eine Lanze für die alten Getreidearten brechen – egal wie gut oder schlecht der Weizen nun wirklich ist. Denn alte Getreidearten haben nicht nur den Vorteil, dass sie meist noch mit den Methoden verarbeitet werden, die besser bekömmliche Backwaren erzeugen. Dinkel, Emmer und Einkorn werden meist auch von Landwirten angebaut, die weniger Spritz- und Düngemittel verwenden (man braucht der Wissenschaft zufolge auch weniger) und die auf eine Fruchtfolge setzen.

Da sie weniger Ertrag bringen und bislang noch nicht im großen Stil exportiert oder importiert werden, findet ihre Verarbeitung im regionalen Kreislauf statt – bestenfalls vom kleinen Landwirt zur kleinen Mühle und dann direkt zum Handwerksbäcker. Quasi eine Win-win-win-Situation.

Warum die Beliebtheit der sogenannten Urgetreide derzeit steigt und ob sie wirklich besser für uns sind, habe ich in einem ausführlichen Online-Beitrag dargestellt. Ihr könnt ihn hier nachlesen.>>>

Zuckersüß

ZuckerWir alle mögen es süß – obwohl wir wissen, dass zu viel Zucker nicht gerade gesund ist. Klar ist uns auch, dass Zucker nicht nur in Schokolade und Gummibärchen steckt, sondern auch in Gebäck, Soßen und Getränken. Aber Süßes macht auch irgendwie süchtig – was wiederum die Süßwarenindustrie mächtig freut und fördert.

Aber Zucker ist eben doch nicht gleich Zucker bzw. nicht jedes Süßungsmittel wirkt gleich, wenn man es in normalen Mengen zu sich nimmt. Zu viel ist nie gut – egal ob vom herkömmlichen Haushaltszucker aus Zuckerrüben oder von den Zuckeralternativen wie Ahornsirup, Agavendicksaft oder Honig. Im Grunde genommen bestehen sie alle aus Zucker und im Übermaß machen auch alle dick und schaden den Zähnen. Und das sage ich als absolute Honigliebhaberin. Dennoch wirkt eben der weiße Haushaltszucker anders. Er hat – anders als etwa Honig – nur eine Süßkraft und keinerlei Inhaltsstoffe, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken.

Deshalb will die EU auch den Zuckerkonsum begrenzen. Lebensmittel sollen künftig weniger Zucker enthalten, lautet eine Mahnung an die Hersteller, die sich freiwillig daran halten sollen, bis 2020 den Zuckergehalt um zehn Prozent im Vergleich zu 2015 zu senken. In die Quere kommt dieser Strategie, dass es seit dem vergangenen Oktober keine feste Zuckerquote mehr gibt. Die Europäische Zuckermarktordnung ist gefallen und so kann Zucker nun frei ex- und importiert werden. Aber nicht nur Zucker: auch Zuckeralternativen wie die flüssige Isoglukose oder Fruktose-Glukose-Sirup dürfen nun ungehindert in Deutschland genutzt werden. Die Sirupe werden statt aus Zuckerrüben aus Mais oder Weizenstärke hergestellt. Sie sind um einiges günstiger.

Kritiker befürchten nun, dass die Sirupe in vielen Lebensmitteln den Zucker ersetzen und dass Speisen und Getränke nun süßer werden bzw. mehr Zucker und seine Alternativen enthalten. Denn Zucker und vor allem die Sirupe sind günstige Rohstoffe. Und sie schmecken uns. Und wenn etwas schmeckt, wird es immer wieder gekauft.

Die meisten Handwerksbäcker und Konditoren können und wollen Zucker in ihren Backwaren allerdings nicht ersetzen. Zuckeraustauschstoffe sind in diesen Branchen unbeliebt, da sie entweder nicht geschmacksneutral sind oder ganz andere Backeigenschaften zeigen als Zucker. Über dieses Thema habe ich einen ausführlichen Online-Beitrag geschrieben. Würden Konditoren beispielsweise Zucker in einem Biskuitteig ersetzen wollen, bräuchten sie jede Menge an Backchemie, um am Ende zum gleichen Ergebnis zu gelangen. Was ist nun besser: Zucker oder Lebensmittelchemie?

Der Konditor, mit dem ich über diese Problematik gesprochen habe, nennt Haushaltszucker übrigens „eine natürliche Zutat“. So weit würde ich nicht gehen, aber natürlicher als Massen an Backtriebmitteln oder künstliche Aromen ist er allemal.

Bei Bäckern und Konditoren bleibt Zucker also Zucker – egal, ob mit oder ohne Quote. Spürbare Preissenkungen – wie von der Zuckerindustrie erwartet – hat es übrigens seit dem Ende der Zuckermarktordnung nicht gegeben. Der Grund: der weltweite Zuckerhunger wächst. Wir alle mögen es eben süß – obwohl wir wissen, dass zu viel Zucker nicht gerade gesund ist.

Den Beitrag über das Ende der Zuckermarktordnung könnt ihr hier nachlesen.>>>

Bienenwachs statt Plastikfolie

BeeWrap2Mal wieder was getestet: Bee’s Wrap. Das sind Tücher, beschichtet mit Bienenwachs, mit dem man Lebensmittel einpacken kann. Diesmal kann ich nicht meckern. Meine angeschnittene Birne war gut geschützt im Kühlschrank, der Teller mit Nudeln gut abgedeckt und man bekommt die Tücher schnell und einfach sauber.

Klar kann man jetzt sagen: Man kann doch auch Tupperdosen nehmen, wenn man schon Plastikfolie und andere Wegwerfware meiden will. Ja, kann man. Aber erstens sind die ja auch aus Plastik (auch wenn man sie jahrelang verwenden kann) und zweitens sind manche Dinge doch besser verpackt, wenn man sie richtig einwickelt.

Bee’s Wrap sind laut Hersteller aus Bio-Baumwolle Bienenwachs, Jojobaöl und Baumharz. Das Bienenwachs riecht man auch. Das ist ok. Man schmeckt nichts davon. Wenn man das Tuch um das zu verpackende Nahrungsmittel legt und mit der warmen Hand kurz festdrückt, wird das Tuch weich und formt sich um das zu Verpackende herum (dann ist es vom Effekt her ähnlich wie Plastikfolie).

Ich habe drei Tücher bestellt bzw. drei Größen des Tuchs und mit dem großen kann man ganze belegte Stullen problemlos einpacken.

Jetzt mal sehen, wie sich die Dinger im Langzeittest bewähren. Plastikfolie kam bei uns zwar bislang auch kaum zum Einsatz, aber jetzt eben ganz und gar nicht mehr. Mal sehen, wie wasserdicht sie sind und ob man sie dann wirklich auch oft benutzt. Irgendwie eine Spielerei, aber dafür aus „guten Materialien“. Ganz günstig sind die Tüncher zwar nicht und umso interessanter wird es zu sehen, wie lange sie halten. Aber mal sehen, vielleicht kann man sie auch selbst herstellen.

Meinen vorhergehenden Beitrag zum Versuch, Plastik in unserem Alltag zu reduzieren, gibt es hier.>>>

Den letzten Produkttest – von „oHnig“ – könnte ihr hier nachlesen.>>>

Bee Wrap1

Mit Plastik bauen

Version 2Es geht mal wieder um die Frage „Alternative oder Verzicht?“. Brauchen wir Plastiktüten aus biologisch abbaubarem Kunststoff, brauchen wir neue Verpackungen aus Plastik, das schon mal verwendet wurde, also mehr Recycling oder sollten wir einfach mal radikal verzichten, weniger Plastikzeug kaufen, weniger Kunststoff nutzen und versuchen ohne auszukommen?

Die Plastikmüllberge wachsen und da das Zeug so lange braucht, bis es – wenn überhaupt – verrottet, und nicht alles verbrannt werden kann, brauchen wir langsam mal Ideen dafür, wo der Abfall hin soll. Es ist einfach zu viel und wie man weiß, beginnt er jetzt ja auch schon, sich überall anzusammeln – im Meer, in den Fischen und in unserer Nahrung als feinste Partikel. Nun hat auch noch China die Tore dicht gemacht und den Import von Plastikmüll, also unseren Export, einfach verboten.

Eine Chance? Zumindest einige neue Gesetze (die aktuelle Gewerbeabfallverordnung und ein neues Verpackungsgesetz) werden in Zukunft dafür sorgen, dass die Mengen an Plastikabfall etwas sinken müssen und vor allem, dass mehr davon nochmals verwendet wird. Die Recyclingquoten sollen steigen. Ein Bereich, in dem das besonders relevant werden könnte, ist der Bau. Denn Baumaterial als Kunststoff wie Kabel und Rohre können auch aus recyceltem Kunststoff sein und teilweise sind sie das heute schon. Aber das weiß kaum jemand. Die Hersteller verschweigen es, weil sie befürchten, dass dieses Material dann weniger gekauft wird. Das Problem: Vorbehalte und die Befürchtung, dass die Qualität nicht stimmen könnte.

Das ist unbegründet und wenn offen damit umgegangen werden würde, wie weit verbreitet und gut diese Baustoffe sind, würden sie sicherlich mehr zum Einsatz kommen. Beim Altpapier und anderen Produkten klappt das ja auch schon. Diese Tatsache und die Hintergründe zum aktuellen politischen Vorgehen beim Kampf gegen den Plastikmüll hat mir Franziska Krüger vom Umweltbundesamt in einem ausführlichen Gespräch erklärt. Ich habe es für einen Online-Beitrag der Deutschen Handwerks Zeitung zusammengefasst.

Der Beitrag kann hier nachgelesen werden.>>>

Nichtsdestotrotz: Recycling ist gut und nötig, aber in erster Linie sollten wir uns alle einmal fragen, ob man nicht im Alltäglichen ein bisschen oder gerne auch viel Plastik einsparen kann. Vieles lässt sich einfach ersetzen.

Ernten, was man sät

Samenfeste SortenWer Vielfalt will, muss schon beim Aussähen von Zucchini, Tomaten, Möhren und Co. genau aufpassen. Kauft man Samenkörner, kommt es nicht nur auf die Sorte an, die auf der Verpackung steht, sondern auch auf eine – meist auf einen kleinen Sonderbutton – angegebene Zusatzinfo: „Samenfest“ steht da bestenfalls.

Was sind „samenfeste Sorten“?

Samenfest sind Pflanzen dann, wenn sie genau die gleichen Eigenschaften haben wie ihre Mutterpflanzen. Wenn man Samen aus einer samenfesten Pflanze gewinnt und diese im nächsten Jahr aussät, wächst daraus eine Pflanze mit denselben Eigenschaften wie sie die Pflanze im Vorjahr hatte. Wenn ich also Tomaten der samenfesten Sorte „Gelbes Birnchen“ aussähe und dann die Samen dieser Tomaten wieder einpflanze, habe ich wieder „Gelbe Birnchen“ und nicht einfach nur Tomaten. Samenfeste Sorten lassen sich problemlos vermehren und das Saatgut immer wieder anpflanzen. Man braucht also keine neuen Samen kaufen und erhält gleichzeitig die Sortenvielfalt.

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