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Currywurst und Pommes reicht nicht mehr

thaifood3Kein Trend ohne Berlin. Zumindest für das Thema Streetfood stimmt das so nicht ganz. Der Trend kommt nämlich, zumindest was die deutschen Städte betrifft, aus Nürnberg. Hier haben sich die ersten Foodtrucks in die Gewerbegebiete gewagt und die dort Arbeitenden mit Mittagessen versorgt.

Doch nicht irgendein Mittagessen. Currywurst, Pommes, Döner – zu banal, zu ungesund, zu wenig hip, nicht vegan, nicht bio und nicht regional. Denn das sollte es schon sein: hochwertig, gesund und was Neues. Streetfood hat sich in Berlin verbunden mit einem gewissen Event-Charakter anders entwickelt als in vielen anderen Städten.

Erst gab es den großen Boom, der nun schon wieder abflaut, weil Berlin einfach zu wenige Gewerbegebiete und zu viele Restaurants hat. Nun kommt die zweite Welle und genau die gilt schon jetzt als „professionalisiert“, als „Wirtschaftsfaktor“ und geht einher mit vielen Restaurantgründungen. Einige Macher sind skeptisch, andere euphorisch.

Für die taz habe ich über die Entwicklung geschrieben. Der Trend zum guten Essen, aber bitte unterwegs, auf die Hand und ohne viel Schnickschnack. Mal schauen, ob Trend Trend bleibt ….

Den Beitrag findet ihr hier.>>>

Und hier einige Bilder von der Thai-Wiese in Wilmersdorf – der noch ursprünglichen Streetfoodszene (auch ganz ohne vegan, bio und regional):

Honiggeschichten vom taz-Dach

taz-BienenUnsere Bienen fliegen auch durch Kreuzberg und machen wahrscheinlich immer mal Abstecher nach Mitte. Zwei Bienenvölker stehen seit Mitte des Jahres auf dem Dach der taz. Es war ein Neustart für den Honig von taz-Dach, den es jetzt auch im taz-Shop zu kaufen gibt. Ein Neustart deshalb, weil es dort schon in den vergangenen Jahren Bienen gab. Leider war es letzten Herbst damit vorbei als die Wespen kamen und alles ausgeräubert haben.

Zum Neustart haben wir die Imkerei dort übernommen und konnten im Frühjahr und im Sommer Honig ernten. Der Frühlingshonig schmeckt fruchtig-mild, noch ohne das typische Hauptstadtlindenaroma. Der Sommerhonig ist kräftig aromatisch und schmeckt nach Linde und Götterbaum.

Den Bienen geht es dort oben in luftiger Höhe nun prima. Sie finden sogar auf dem Dach selbst (siehe Foto oben) einige Blüten. Doch das meiste, was sie sammeln, stammt von den Bäumen, die die Straßen in der Berliner Innenstadt säumen: Kastanie, Ahorn, Robinie und vieles mehr.

Mit dem Start unseres Imkergeschehens auf dem taz-Dach ist auch eine kleine Bienen-Kolumne auf blogs.taz.de und in der gedruckten taz (immer wenn es etwas Neues zu berichten gibt auf den Seite „aus der taz“ in der Wochenendausgabe) entstanden. Ich berichte hier regelmäßig darüber, was sich so tut bei den taz-Bienen und beim Honig vom taz-Dach. Die erste kleine Honiggeschichte könnt ihr hier nachlesen.>>>

Die zweite Kolumne ist hier zu finden.>>>

Und auch die dritte ist nun online und hier zum Nachlesen.>>>

Unseren Honig im taz-Shop findet ihr hier.>>>

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Umweltbildung im Gemüsebeet

Helmut Krüger-Danielson leitet das SUZ Mitte und setzt sich dafür ein, dass die Gartenarbeitsschulen auch künftig in öffentlicher Trägerschaft bleiben.

Gemüse wächst nicht im Supermarkt, Beeren muss man einzeln vom Strauch zupfen und Möhren eigentlich aus der Erde ziehen statt aus der Plastiktüte. Es mag Kinder geben, für die ist das keine Selbstverständlichkeit.   Großstadtkinder. Ohne eigenen Garten oder die Möglichkeit, woanders mal zu erleben, wie Gemüse und Obst wächst.

Um den Berliner Stadtkindern zu zeigen, wie Möhren wachsen, dass es lange dauert, bis ausgesäte Radieschensamen dicke rote Knollen bilden und welche Arbeit dazu nötig ist, gibt es Gartenarbeitsschulen. 14 sind es in Berlin. Dort können schon Kita-Kinder ihr eigenes Feld beackern.

Schon seit 1920 gibt es diese wichtigen „außerschulischen“ Lernorte, doch bis heute ist ihre finanzielle Ausstattung nicht zu 100 Prozent abgesichert. Immerhin: Seit diesem Jahr sind sie im Berliner Schulgesetz verankert. Zudem gab es außerplanmäßige Zuschüsse. Wirkliche Planungssicherheit aber verhindert noch das Berliner Haushaltsrecht.

Für einen Beitrag in der taz habe ich die Gartenarbeitsschule in Reinickendorf besucht, mir angeschaut, was es dort alles zu sehen und zu beackern gibt und mit dem Leiter des Schul- und Umweltzentrums Mitte über das gesprochen, was sich aktuell politisch in Bezug auf die außerschulischen Lernorte so tut. Spannendes Thema.

Den Beitrag könnt ihr hier nachlesen.>>>

Barsch für Berlin

Frischer Fisch aus Berlin – diese Vorstellung klingt nicht so lecker, wenn man an die Spree oder die Havel denkt und daran, was darin manchmal so schwimmt. „Frischen“ Fisch bekommt man also eigentlich nur tiefgefroren. Oder man ist Hauptstadtbarsch.

Der Hauptstadtbarsch kommt nicht aus der Spree, sondern aus einem großen Wasserbottich. Er schwimmt nicht unter freiem Himmel, sondern unter Kunstlicht – und das mitten in Schöneberg auf dem Gelände der alten Malzfabrik. Der Hauptstadtbarsch wächst in einer Aquaponikanlage heran. Urban Fishing kombiniert mit Urban Gardening. 30 Tonnen Barsch und 35 Tonnen Gemüse werden hier jedes Jahr produziert.

Zur Aquaponik gehört immer auch die Hydroponik, der Gemüseanbau. Und auch dieser findet bei den ECF Farmers in einem großen Gewächshaus mitten in Berlin statt. Als ich die Stadtgärtner besucht habe, waren es gerade Tomaten, die dort mit Hilfe der Fische gedeihten. Ein spannendes Projekt und so zukunftsweisend, dass die Betreiber der Anlage mittlerweile Nachahmer in vielen anderen Ländern beraten, die dasselbe planen.

Für die taz habe ich über den Hauptstadtbarsch geschrieben (leider ist in die Unterzeile ein kleiner Fehler gerutscht – es sind dreißig statt drei Tonnen). Dabei ging es auch um den Ansatz, dass es immer mehr regionale Produkte direkt auch Berlin gibt und dass diese auch in den Supermärkten verkauft werden. Das Ziel: auch die nicht typischen Bioladen- und Wochenmarkt- und Fair-Grade-Messen-Besucher sollen mitbekommen, was es alles so gibt und wie man mit dem, was man einkauft auch Einfluss nehmen kann, auf das, was der Markt bietet.

Den Beitrag aus der taz könnt ihr hier nachlesen.>>>

Und hier gibt es ein paar Eindrücke von der Anlage: Leider konnte ich beim Besuch vor Ort bei den ECF Farmern die Fische nur durch eine Scheibe beobachten – wegen der Hygienevorschriften. An die Tomaten durfte ich näher ran.