Suizid einer Teekanne

Es war einmal eine wunderschöne Teekanne aus Porzellan – mit zartem Teint und Blumen bemalt. Von allen anderen Kannen, Tassen und Tellern im Wandschrank wurde sie bewundert. Eines Tages bekam sie sogar einen Ehrenplatz und durfte vom Schrank aufs offene Küchenregal umziehen.

Doch hier war sie plötzlich sehr sehr einsam. Weder der Salzstreuer noch der Honigtopf wollte mit ihr sprechen. Sie hielten sie für funktionslos und einfach nur leer. Dabei konnte doch die Teekanne nichts dafür, dass keiner sie je benutzen wollte. Nur Deko zu sein, war eigentlich auch ihr zu wenig.

Dann kam der Tag, als es draußen wieder kälter wurde, nass und herbstlich und die Teekanne hatte plötzlich große Hoffnung, endlich einmal zum Einsatz zu kommen. Sogar Gäste waren für den Nachmittag angekündigt.

Doch vergebens: alle wollte wieder nur Kaffee. Trotz Herbstwetter. Die Teekanne verzweifelte. Sie nahm alle ihre Energie zusammen und stürzte sich vom Küchenregal. Mitten auf die Fliesen. Und da liegt sie nun. Die Tassen und Teller bewundern sie nun nicht mehr. Nur Salzstreuer und Honigtopf sind entsetzt. Das hatten sie doch nicht gewollt. Eigentlich war die Teekanne doch recht hübsch – mit zartem Teint und Blumen bemalt.

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