Archiv des Autors: Jana

Pferd gegessen?

Wenn man Kuh und Huhn isst, kann man eigentlich auch Pferde essen. Ich habe aber noch nie Pferdefleisch probiert und ich weiß auch nicht, ob es mir genauso leicht fallen würde, wie wenn ich das von den Rindern aus dem Nachbarort esse oder den Puten vom Bio-Metzger. Ich achte sehr darauf, woher das Fleisch kommt, das ich esse. Dass es möglichst bio ist und die Tiere möglichst tierisch gelebt haben. Ich esse wirklich sehr selten Fleisch und dabei eben nie Pferdefleisch. Denn das gibt es nun einmal in Deutschland kaum zum Verzehr. Es gibt kaum eine Nachfrage, da für uns das Pferd eben eher ein Haustier ist. Ich finde prinzipiell nichts dabei, aber man müsste sich eben rantrauen. Immerhin soll Pferdefleisch sehr lecker und gesund sein.

Dennoch wüsste ich gerne, wenn es in einem Gericht enthalten ist – und das schon vor dem Essen und nicht erst danach. Deshalb kann ich die Aufregung noch immer verstehen, die damals los war, als der Skandal um das Pferdefleisch in Fertig-Lasagne und Co. tobte. Etikettenschwindel vom Feinsten und nach Plan. Das wurde nun bestraft, den diejenigen, die den Skandal eingefädelt haben, sind nun verurteilt.

Der Aufschrei hielt in der Politik aber nur kurz an. Denn bei den Lebensmittelkontrollen oder einer besseren Rückverfolgbarkeit der Lebensmittel hat sich bis heute wenig verändert. Über die Auswirkungen des Pferdefleischskandals sechs Jahre später – nachdem die Richter in Paris nun auch ihr Urteil verkündet haben – habe ich einen Online-Beitrag für die Deutsche Handwerks Zeitung geschrieben. Hier könnt ihr ihn nachlesen.>>>

Dachsanierung versus Vogelschutz

DachbaustelleDeutschland dämmt. Wände, Decken, Fassaden und Dächer. Zwar immer noch nicht so viel wie es die Bundesregierung gerne hätte, aber eben schon in dem Ausmaß, dass es Wirkung zeigt. Zumindest für die Vögel, die gerne in den leerstehenden Dächern gebrütet haben und die Fledermäuse, die hier bislang ungestört leben konnten.

Mit dem Ausbau und der Wärmedämmung vieler Altbaudächer verschwinden nämlich Nistplätze – nicht gerade wenige. Da man jetzt natürlich nicht plötzlich die ganzen Sanierungsprogramme stoppen kann und da sie ja durchaus auch ihren Nutzen haben für die Umwelt, braucht man Ersatz. Nisthilfen und Ritzen und Spalten, die man gezielt übrig lässt für die Gebäudebrüter.

Leider hat das bislang noch kaum jemand auf dem Schirm. Bauherrn nicht, Architekten nicht und Dachdecker nicht. Damit sich das ändert, klärt der BUND nun über die Möglichkeiten auf, die man hat, wenn man die Vögel und Fledermäuse eben gerade nicht für immer verscheuchen und damit auch am Weiterleben hindern will. Für einen ausführlichen Online-Beitrag über dieses Thema habe ich mit einer Vogelschutzexpertin des Naturschutzverbands gesprochen. >>>

Wie sich das Problem speziell in der Großstadt Berlin zeigt, könnt ihr hier in meinen taz-Beitrag dazu nachlesen.>>>

Gesetzloses Berlin: Bienenseuche breitet sich aus

Die Amerikanische Faulbrut ist eine Bienenseuche, die sich schnell ausbreiten und dazu führen kann, dass massenweise Bienen sterben. Damit das nicht geschieht, werden befallene Bienenvölker getötet und der ganze Bienenstand muss so aufgeräumt werden, dass sich die Krankheitserreger nicht weiter ausbreiten können. Da sich die Faulbrut in Berlin in den vergangenen Jahren sehr stark ausgebreitet hat, reagieren Imker und Veterinärbehörden bei diesem Thema derzeit sehr nervös. So kam es kürzlich dazu, dass mehrere Bienenvölker sterben mussten, weil sie in der Nähe eines befallenen Bienenstocks standen. Eine Vorsichtsmaßnahme? Willkür?

Bienen-Garten-Fotoshooting in der Afri 13 – Beobachtungen am Flugloch

Fakt ist, dass die Wissenschaft bereits ausgiebig getestet und erfolgreich belegt hat, dass man Bienenvölker, die Anzeichen der Amerikanischen Faulbrut aufweisen, auch sanieren kann. Man kann sie retten und muss sie nicht töten. Auch die bundesweit geltende Bienenseuchenverordnung sieht deshalb die Option der Sanierung vor. In Berlin handeln die Veterinäre der einzelnen Bezirke dennoch oft nach eigenen Vorgaben. Über dieses Problem habe ich für die taz einen ausführlichen Bericht geschrieben. Berliner Imker fordern nämlich, dass die Hauptstadt endlich eigene und eindeutige Gesetze bekommt, wie mit der Bienenseuche umzugehen ist. Mehr dazu lest ihr hier.>>>


Wie wichtig ist die Umweltbildung?

Fotosafari zu Schul- und Umweltzentrum Mitte (Gartenarbeitsschule Wedding und Tiergarten) - Pflänzchen im Gewächshaus

Seit über 60 Jahren gibt es die Gartenarbeitsschule in Berlin Wedding. Sie ist eine von 14 in Berlin. Ein Bildungsort, der es Berliner Schülern und auch Kita-Kindern ermöglichen soll, Umweltbildung ganz konkret zu erleben: beim Gemüseanbau auf eigenen Beeten, bei der Ernte und dem Verarbeiten von Selbstangebautem und auch beim Beobachten der Natur, die sie umgibt. Die Nachfrage nach dieser Form der aktiven Umweltbildung ist hoch. Dennoch muss die Gartenarbeitsschule darum bangen, dass sie Flächen abgeben muss – und zwar für den Neubau einer dringend benötigten Grundschule.

So ist hier nun die Situation entstanden, dass zwei wichtige Bildungsangebote gegeneinander ausgespielt werden. Diejenigen, die für den Erhalt der Gartenarbeitsschule in ihrer jetzigen Größe – für die Schülerbeeten und alten Obstbäume – kämpfen, haben eine Online-Petition gestartet. Der zuständige Bezirk Mitte sieht dagegen kaum ein Problem und will beides miteinander kombinieren.

Für die taz habe ich darüber den Beitrag „Gründer Wedding in Gefahr“ geschrieben. Ihr könnt ihn hier nachlesen.>>>

Gegen Monokulturen, Pestizide, Artenschwund und Megaställe

Wir_haben_es_sattWer viel Land besitzt bekommt auch viel Geld. Das greift unabhängig davon, welche Leistungen man erbringt und ob man nachhaltig wirtschaftet. Gemeint ist mit diesen Aussagen das Prinzip, nach dem die EU derzeit Agrarsubventionen verteilt. Die Folge sind oft Monokulturen, hoher Pestizideinsatz, Artenschwund und Megaställe. Schon seit Jahren kritisiert das Bündnis „Wir haben es satt“ genau diese Politik und fordert ein Umdenken. Laut, deutlich und sichtbar werden die Forderungen auf dem jährlichen Demo im Januar in Berlin. Am 19. Januar 2019 ist es wieder so weit.

Wie sich die Initiatoren von „Wir haben es satt“ die Landwirtschaft der Zukunft vorstellen, warum es 2019 besonders wichtig wird, die Forderungen öffentlich mitzuteilen und welche Folgen die aktuelle EU-Agrarpolitik hat, sind Fragen, über die ich mit der Kampagnenleiterin Saskia Richartz gesprochen habe. Das Interview könnt ihr hier nachlesen.>>>

Die gute Butter

Butter2Ein Pfund Butter kostet derzeit über zwei Euro. Teuer? Logisch, aber sinnvoll.

Eigentlich einfach die logische Konsequenz, wenn es immer weniger Milchbauern gibt, die ihre Milch und Milchprodukte regional vermarkten. Logisch, wenn es sich einfach nicht mehr lohnt, wenn der Weltmarkt bestimmt und diejenigen, die zu viel Geld haben wieder beginnen, mit Lebensmitteln zu spekulieren. Logisch.

Der Butterpreis liegt schon seit vielen Monaten bei Rekordwerten. Rekordwerte, weil Butter ansonsten immer viel zu günstig war, genauso wie die Milch. Billig, weil keiner Folgekosten mit einrechnet für die Umwelt, weil keiner dran denkt, dass eine Milchwirtschaft nur dann verantwortungsbewusst ablaufen kann, wenn man auch davon leben kann. Logisch. Warum sind dann noch immer viel zu wenige bereit reale Kosten zu zahlen?

Warum Butter derzeit so teuer ist und es wohl auch so bleibt, könnt ihr hier nachlesen.>>>

Mikroplastik auf dem Acker

VerpackungsmüllDass wir zu viele Lebensmittel wegwerfen ist mittlerweile bekannt – und natürlich dennoch nicht weniger schlimm. Einige von diesen unverkauften und weggeworfenen Lebensmitteln landen in Biogasanlagen und helfen bei der Energieerzeugung. Was dann am Ende übrigbleibt, kann – quasi wie Kompost – auf Äckern als Dünger genutzt werden. Klingt sinnvoll, oder? Als ich mir am Freitag die aktuellen Beschlüsse des Bundesrats angeschaut habe und dabei genau diese Art der Lebensmittelweiterverwendung Thema war, konnte ich meinen Ohren aber kaum trauen. Denn mit in den Biogasanlagen landen wahrhaftig nicht selten auch die Verpackungen der Lebensmittel. Echt wahr, die packen das, was vergoren werden soll und später auf die Äcker kommt, nicht aus. Und da wundert sich noch einer über das immer mehr an Mikroplastik in unserer Umwelt.

Ok, der Bundesrat hat nun beschlossen, dass etwas dagegen getan werden soll. Aber wann? Warum konnte es überhaupt dazu kommen? Hier könnte ihr mehr dazu lesen.>>>

Schweinefleisch ist zu billig

WurstWarum sind wir so gierig? Warum muss Fleisch in solchen Massen auf unseren Tellern landen, dass wir es uns nur leisten können und wollen, wenn es zum Spottpreis im Supermarktregal liegt? Warum reden alle vom Tierwohl und beziehen das keineswegs auf die Wurst auf dem eigenen Brötchen oder das Grillfleisch des eigenen Mittagessens?

Damit Fleisch zu so niedrigen Preisen angeboten werden kann wie derzeit – vor allem Schweinefleisch – wird an vielen Stellen gespart: auch am Platz in den Ställen. So stehen die Sauen wochenlang in Kastenständen, in denen sie nicht einmal die Beine ausstrecken können. Prinzipiell soll sich das zwar ändern und die Politik diskutiert seit Jahren über Änderungen bei den gesetzlichen Vorgaben der Schweinehaltung. Doch mehr Platz kostet und so wehren sich die Bauern und Bundes- und Landespolitiker schieben eine Entscheidung immer wieder hinaus – zu Lasten der Tiere.

Natürlich ist die logische Folgerung, dass die Bauern dann, wenn sie mehr für das Schweinefleisch bekommen, auch mehr Geld haben, um die Ställe umzubauen. Doch so einfach lässt sich das „Mehr“ nicht bekommen, wenn wir nicht mitmachen. So befürchten Fleischer in Deutschland, die eigentlich darauf setzen, regionale Waren anzubieten, dass eine Preissteigerung bei deutschem Schweinefleisch dazu führt, dass mehr günstiges aus dem Ausland importiert wird. Schachmatt. Gewonnen hat dann keiner: weder das Schwein, noch der Landwirt und auch nicht diejenigen, die gerne regionales Fleisch von kleinen Betrieben kaufen wollen und bereit sind, mehr dafür zu bezahlen. Denn die kleinen, regionalen Betriebe könnte es in Zukunft nicht mehr geben.

Über die Misere des zu niedrigen Preises  für Schweinefleisch habe ich für die Deutsche Handwerks Zeitung geschrieben. >>>

In die Tonne

BiomüllDas große Missverständnis rund um das Mindesthaltbarkeitsdatum wirkt noch immer. Problemlos essbare Lebensmittel landen in der Mülltonne, weil es abgelaufen ist. Schade.

Zwar ist das nicht der Hauptgrund für die Massen an Lebensmittelverschwendung, dennoch könnte man hier ansetze, um etwas zu verändern. Das sieht auch das Bundesernährungsministerium so und möchte das MDH verändern. Von „abschaffen“ ist die Rede, dabei soll es nur ersetzt werden. Geplant sind Hightech-Verpackungen inklusive Sensoren oder Ähnliches, die dann dem Verbraucher Auskunft über den Zustand geben. Ist im Joghurt Schimmel? Flockt die Milch? Oder sind die Pilze zu alt, um gegessen zu werden?

Aber kann man das nicht schmecken, riechen oder sehen? Braucht man wirklich Joghurtbecherdeckel, die sich verfärben, wenn das Joghurt schlecht ist? Schließlich macht das das Joghurt doch selbst.

Echter Wahnsinn, was hier wieder verschwendet wird statt einfach mal das zu nutzen, was wir schon haben: Augen, Ohren und Nasen. Ich wäre auch für eine Abschaffung des MHD, aber ersatzlos.

Mehr darüber lest ihr hier.>>>

Pestizide im Garten

Pestizide aus dem BaumarktJedes Jahr landen über 500 Tonnen Pflanzenschutzmittel in privaten Gärten – alleine in Deutschland. Bei Schlagworten wie Pestizide, Herbizide, Unkrautvernichter und Spritzmittel jeder anderen Art denkt man zuerst an die Landwirtschaft – und zugegebenermaßen drehen sich die Diskussionen um die Zulassung neuer Wirkstoffe, um Verbote gefährlicher Mittel oder um Anwendungseinschränkungen der chemischen Hilfsmittel ja auch meist nur um die Bauern. Dabei ist es ein Trugschluss zu glauben, dass die kleinen Hausgärten, dass Kleingärten und Stadtparks frei wären von den oftmals nicht unschädlichen Mitteln.

Viele davon sind in Baumärkten und Gartencentern frei verkäuflich. Viele tragen Hinweise, dass sie angeblich nur genau die Schädlinge vernichten, die man im Garten eventuell nicht haben will. Und viele Hobbygärtner wissen gar nicht, was sie genau versprühen und ob sie es richtig anwenden. Mit den Pestiziden aus dem Baumarkt wird ein großer Schaden angerichtet und der Gesetzgeber sorgt leider nicht dafür, dass stärker über die Risiken aufgeklärt wird – geschweige denn, dass klar ersichtlich ist, wenn ein Mitteln Gefahren mit sich bringt.

Über diese Problematik und darüber, dass man durchaus auch problemlos ohne diese Mittel auskommt, habe ich für den Blog der Initiative stadtbienen.org einen Beitrag geschrieben. Ihr könnt den Text mit dem Titel „Gift aus dem Baumarkt“ hier nachlesen.>>>