Meine kleine Welt

An der Ostsee ist es oft windig und damit auch bei über 25 Grad Celsius nicht ganz so warm. Viele Urlauber setzen sich deshalb hinter bunte, manchmal werbebelastete Windschutzwände aus Stoff, die man wie ein kleines Zelt oder eine Plane aufspannt. Ich habe das gestern am Strand in Polen massenweise beobachtet. Eigentlich ein ganz schön trauriger Anblick.

Diese Stoffaufbauten schirmen nämlich nicht nur den Wind ab, sondern auch jegliche Gespräche und jegliches Miteinander. Jeder bleibt für sich, in seiner eigenen kleinen festgezurrten Welt. Schade.

Der einzige Kontakt entsteht meinen Beobachtungen zufolge nur dann, wenn mal ein Teil der kleinen Festung zusammenbricht und man Hilfe braucht, um alles wieder einzufangen im Wind.

Manche Familien treiben diese Eigenheim-am-Strand-Aufbau-Aktionen sogar schon fast bis zur Perfektion. Da werden gleich mehrere Räume angelegt: für Kind, Eltern und das Gepäck. Großen Sonnenschirm darüber, Wege dazwischen und einen kleinen Schlitz für den Blick aufs Wasser freilassen: Idylle pur. Wirklich?

Den Klischees zufolge könnte man denken, hier seien nur Deutsche am Stand gewesen. Aber diese waren sogar eher in der Minderheit, zumindest dem Klang der Stimmen nach. So richtig ins Gespräch bin ich nur mit den anderen Gleitschirmfliegern gekommen (siehe: an der Sandklippe), die von oben auf die kleinen Badewelten herabgeschaut haben und nicht so abgeschottet in der Sonne lagen. Wieder schade.

Wollen die Menschen, denn immer weniger Kontakt oder sind sie alle einfach zu schüchtern? Oder gar zu egoistisch und wollen einmal Erobertes nicht teilen?

Übrigens eine tolle Symbiose auf dem Bild, oder nicht? Oben die Flieger und unten die Plantscher, Probleme gab es untereinander keine. Wirklich!

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